Universitäres

Musizieren

in Deutschland

"In einer breitangelegten quantitativen Studie untersucht der Musiksoziologe Markus Quabeck erstmals ausschließlich Bedingungen und Erscheinungsformen universitären Musizierens in Deutschland. Eine ergänzende qualitative Bestandsaufnahme unter Mitgliedern eines Bonner Universitätsorchesters gewährt darüber hinaus Einblick in die Motivationsstruktur musizierender Studenten. Das festgestellte umfassende Bildungspotential läßt für Quabeck die universitäre Musikpraxis als in hohem Maße förderungswürdigen Ausweis einer "Universität als Universitas" erscheinen." (Odilo Clausnitzer)



 


Unzeitgemäßer Luxus?

Betrachtet man die gegenwärtige Diskussion um die Krise der deutschen Bildungspolitik mit ihren Schlagworten Studienzeitstraffung, Technologietransfer und anwendungsorientierte Forschung, so mutet ein Buch wie die vorliegende Studie über einen Teilaspekt der Hochschulkultur zunächst an wie die Beschäftigung mit unzeitgemäßem Luxus. Daß dem nicht so ist, daß es vielmehr den Blick für die ungebrochene Aktualität und die positiven Auswirkungen dieser wie anderer kultureller Freizeitbeschäftigungen für den modernen Arbeitsmarkt mit seiner Forderung nach "Sozialkompetenz, Team- und Konfliktfähigkeit" schärft, zeigt Markus Quabecks Studie über das universitäre Musizieren - die erste Bestandsaufnahme und Darstellung der musikalischen Praxis an deutschen Hochschulen. Der Autor stellt dabei die verschiedenen Organisationsmodelle und Funktionen dieser Gruppierungen innerhalb der Universitäten dar, beschreibt die Charakteristika der musikalischen Arbeit anhand gemeinsamer Ziele, Interessen und Motivationen und entwickelt Hypothesen zu möglichen Synergieeffekten, die eintreten können, wenn Hochschulangehörige auch das kulturelle Leben ihrer Alma mater gestalten.

 

Kultur als Leuchtturm der Universität

In zehn didaktisch klug aufgebauten Kapiteln geht der Musiksoziologe einen gut nachvollziehbaren Weg von ersten Begriffsklärungen und Methodik der sowohl quantitativen wie qualitativen Forschungsmethoden verpflichteten Studie bis zu den Schlußfolgerungen über Sinn und Nutzen einer universitären Kulturförderung. Besonders interessant sind dabei die Untersuchungen zu Herkunft und Sozialisation, zum kulturellen Kapital - ein Begriff Bourdieus, der, über Marx hinausweisend, auch die soziale und kulturelle Komponente als Kapital sieht. Die eminente Bedeutung und Verantwortung von Elternhaus und Bildungspolitik für die Persönlichkeits-formung, die weit über das hinausgeht, was an fachlicher Kompetenz vermittelt werden kann und letztlich entscheidend für die bestmögliche Aneignung eben jenes anwendungsorientierten Wissens ist, wird hier erneut deutlich. Kultur ist ein Elfenbeinturm, aber einer, der zum Leuchtturm einer Universität werden kann. Quabecks Buch mit dem so unspektakulär klingenden Titel sollte gerade in Zeiten der aktuellen hochschulpolitischen Diskussion auf dem Tisch jedes Bildungspolitikers liegen.

Dr. Matthias Irrgang, Hamburg

Rezension aus "Forschung und Lehre" Mai 2001

 

 

“Universitäres Musizieren in Deutschland” ist im April 2000 im Verlag  Bouvier/Bonn erschienen (Studium Universale - Schriftenreihe der Universität Bonn, Band 21), 248 Seiten, (ISBN 3-416-02903-8).

 

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